Ortsbegehung 2010: Begeistert über die Aktivitäten in Oberfischbach

Die Entwicklung von Oberfischbach und die Arbeit der dortigen Heimatfreunde stand im Mittelpunkt einer Ortbegehung der Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine. „Wir wollen von einander lernen, Veränderungen beobachten und uns über die jeweiligen Aktivitäten informieren“, so Vorsitzender Bernd Brandemann in seiner Begrüßung. Jedes Jahr besucht die ARGE gemeinsam eines der Stadtteile. Oberfischbach ist mit seinen über eintausend Einwohnern der fünftgrößte Stadtteil von Freudenberg. „Und er zählt zu den ‚historischen Säulen der Stadt’, sagte Brandemann mit Blick auf die Ersterwähnung im Jahre 1336. Anfang des 12. Jahrhundert war hier bereits eine Kapelle entstanden.

Sachkundige Erläuterungen vor OrtOrtvorsteher Achim Loos, Ortsheimatpfleger Teo Schwartz und Norbert Müller, der Vorsitzende des 2003 gegründeten Vereins Pro Oberfischbach, gaben die sachkundigen Erläuterungen beim Rundgang durch den Ort. Auch Bürgermeister Eckhard Günther hatte sich mit auf den Weg begeben.
Die 1796 geweihte Johannes-Kirche war das erste Ziel der Besucher. Teo Schwartz referierte hier zur Geschichte des Kirchenbaues und verwies auf einen Fund im Pfarrarchiv, der das älteste im Siegerland entdeckte Schriftstück darstellen dürfe.Erste Station in der Johannes-Kirche
Die nächste Station war das 1932 errichtete Ehrenmal, das zwischenzeitlich Veränderungen erfuhr und erst kürzlich unter der Regie der Heimatfreunde renoviert wurde, die sich auch jetzt um die gesamte Anlage kümmern.
In der Ortsmitte bedauern die Oberfischbacher noch immer den Abriss ihrer alten Schule. Das Ortsbild prägende Gebäude verschwand für einen geplanten Straßenbau, der dann aber nicht realisiert wurde. Hecken statt Jägerzaun und die Begrenzung zum Bach hin waren und sind hier Themen ehrenamtlichen Engagements. Achim Loos informierte dort über die alte Molkerei und den früheren Backes. „Wir hoffen sehr, dass der Ausbau der Heuslingstraße auch in der Randgestaltung Rücksicht auf den historischen Ortskern nimmt.“

Das alte Feuerwehrgerätehaus in der Molkereistraße ist heute das Domizil der Heimatfreunde, die es für ihre Zwecke an- und umbauten und daneben sogar noch eine kleine Festwiese realisieren konnten. Im vormaligen SGV-Heim am Katzenberg, das jetzt zum Turn- und Sportverein Oberfischbach gehört, erläuterte dessen Vorsitzender Burkhard Hoffmann das neue Nutzungskonzept und die bisherigen baulichen Veränderungen.
Stollen der Grube "Grüne Hoffnung" erkundetDie Erkundung des Stollens der Grube „Grüne Hoffnung“ bildete dann einen weiteren Höhepunkt der Begehung - und eine erfreuliche Abkühlung. Dem Oberfischerbacher Andreas Kray ist es zu verdanken, dass die 1885 in Betrieb genommene Grube jetzt für Besucher hergerichtet ist und besichtigt werden kann. „Sie muss als Erzbergwerk,“ so erläuterte er, „letztlich nicht sehr gewinnbringend gewesen sein, gewann aber als Schutzraum 1945 erhebliche Bedeutung.“ Nächste Etappe der Oberfischbach-Erkundung war der Festplatz des „Fördervereins Waldstraße“, den Vorsitzender Karl-Heinz Moser als Treffpunkt und Beitrag zur Integration in die Gesamt-Dorfgemeinschaft darstellte. Am Verkehrskreisel in der Ortsmitte, dessen Pflege und Gestaltung auch der Heimatverein übernommen hat, stellte Achim Loos die einheitliche Beschilderung vor und informierte zugleich über weiter anstehende Aufgaben: Der Weg in dem daneben liegenden Grünbereich soll in diesem Jahr neu gepflastert werden.Grünzone neben dem Oberfischbacher Kreisel

„Was Vereine und Bürgerschaft in Oberfischbach leisten, ist außerordentlich bemerkenswert,“ war die einhellig lobende Auffassung in der abschließenden Besprechung im Feuerwehrgerätehaus. Es sei vorbildlich, wie hier die Vereine gemeinsam an einem Strang zögen, um ihre Heimat liebens- und lebenswert zu gestalten. So konnten Achim Loos und Norbert Müller auch die Anerkennung für die gelungene Präsentation entgegen nehmen.
ARGE-Schatzmeister Horst Heide nutze die Gelegenheit, Bürgermeister und Stadt noch einmal für die finanzielle Unterstützung zu danken: „Auch ein geringer Beitrag ist letztlich Impuls, damit eine Menge bewegt werden kann“.